HST Praxistipp: Fachkräftesicherung

Die Wasserwirtschaft steht vor einer doppelten Herausforderung: Während die gesetzlichen Aufgaben durch die Kommunalabwasserrichtlinie, das Wasserhaushaltsgesetz und die Eigenkontrollverordnungen stetig zunehmen, wächst auch der Bedarf an qualifizierten Fachkräften rapide. Nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit, des Statistischen Bundesamtes und von Beratungshäusern wie Ernst & Young werden bis 2035 rund 13 Millionen Erwerbstätige ausscheiden. – Deutlich mehr, als nachrücken können. Besonders in den Berufen IT-Elektro, IT und Digitalisierung verschärft sich der Wettbewerb um Fachkräfte – und das weltweit. Die Stellen können nicht einmal theoretisch besetzt werden. Die sogenannte Stellenüberhangquote wächst auf teilweise über 60%.

Um Fachkräfte rechtzeitig und nachhaltig zu sichern, müssen alle Organisationen - von der Kommune bis zum Ingenieurbüro - die richtigen Maßnahmen ergreifen. Zum einen wird die Bewerberzahl durch die Stärkung der Arbeitgebermarke gesteigert. Zum anderen gilt es, seine Mitarbeiter in der eigenen Organisation zu fördern und langfristig zu halten. Hierzu sind neben technisch-organisatorischen Maßnahmen auch Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen erforderlich.

Die wichtigste technische Maßnahme liegt auf der Hand: Mit dem Einsatz von Digitalisierung sowie der zugehörigen Reorganisation von Prozessen wird die Effizienz der Organisation um 20 bis 30% gesteigert (Statista Research Department, 2024) und Fachkräfte werden entsprechend entlastet. Zum Einstieg unterstützt der HST-Planerservice dabei kostenfrei, die technischen und organisatorischen Maßnahmen projektbezogen zu bewerten sowie passgenaue Lösungen für Betreiber und Planer zu entwickeln. Die intensive Nutzung von IT, smarten Maschinen und 4.0-Netzbewirtschaftung mit Fernüberwachung durch SCADA-Systeme oder Telecams ermöglicht, Zeit zu sparen und die steigende Anzahl an Aufgaben mit dem vorhandenen Personal zu bewältigen. Mit einem Betriebsführungssystem wie KANiO kann letztlich der Personaleinsatz täglich mit besseren Ergebnissen durchgeführt werden.

Neben der Digitalisierung tragen Qualitäts-Updates, die Standardisierung der technischen Ausrüstung sowie die Umstellung der Instandhaltungsstrategie auf zustands- oder risikobasierte Methoden zur Entlastung von Fachkräften bei.

Wirken Sie dem Fachkräftemangel in der Wasserwirtschaft technisch und organisatorisch entgegen!

Mehr zu technischen und organisatorischen Maßnahmen

Die Lösung für Fachkräftesicherung liegt auch häufig in der eigenen Organisation. Die Aus- und Weiterbildung von vorhandenen Mitarbeitern ist nicht nur eine Anforderung an den Arbeitgeber (§12 ArbSchG): Vielmehr ist entscheidend, dass Mitarbeiter in fachlichen Themen fit werden und bleiben, um die Betriebssicherheit trotz steigender Anforderungen zu erhalten. Hierzu eignen sich Maßnahmen wie die Überbetriebliche Aus- oder Weiterbildung, Schulungen und Fachseminare. Zwischen 50 und 70% der Beschäftigten in technischen Betrieben gelten als grundsätzlich weiterbildungsfähig im Bereich Digitalisierung (Statista Research Department, 2024).

Nutzen Sie Maßnahmen zur Qualifikation von Fachkräften aus dem eigenen Hause!

Mehr zur HST Akademie

Gemäß der WaterExe4.0-Metastudie der Hochschule Hof scheitern viele Digitalisierungsprojekte daran, dass die erforderlichen digitalen Kompetenzen in den Teams noch nicht in ausreichendem Maß vorhanden sind. Auf Platz 1 möglicher Misserfolgsgründe findet sich der Mangel an qualifiziertem Personal, gefolgt vom unerwartet hohen Gesamtaufwand bei der Umsetzung digitaler Projekte. (Müller-Czygan et al., 2021)

Um den Ansprüchen der Digitalisierung zukünftig umfassend zu entsprechen, müssen einzelne Kompetenzen kombiniert werden. Im Rahmen des Zertifikatslehrgangs zum „Fachingenieur | Fachexperten der Digitalisierung in der Wasserwirtschaft“ des Bundesverbands KOMMUNAL 4.0 werden seit 4 Jahren sowohl sachlich-fachliche als auch persönlich-organisatorische Fähigkeiten vermittelt. Jeder Absolvent ist nach der 6-wöchigen Online-Ausbildung in der Lage, Digitalisierungsprojekte von der Planung über die Einbindung relevanter Fachabteilungen bis hin zur Abnahme und zum Betrieb zu realisieren.

Entwickeln Sie die Kompetenz, Digitalisierungsprojekte vollumfänglich umzusetzen!

Mehr zum Zertifikatslehrgang Digitalisierung

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Planerservice

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Bei der Dimensionierung und Konfiguration von Rechen und Sieben/Abflussregelungen/Reinigungseinrichtungen gibt es zahlreiche weitere Aspekte und Erfahrungen zu berücksichtigen. Einige können wir über unsere Checkliste erfahren, am leichtesten und sicher ist es jedoch im Gespräch mit unseren Fachingenieuren im Planerservice die Rahmenbedingungen und Anwendung im Dialog abzustimmen. Dort können Fragen zur hydraulischen sicheren Bemessung und Auslegung, zur Anordnung, zur Einbringung in das Bauwerk, zur Schaltanlage, zu Anschlüssen und Kabelwegen, zur Prozessüberwachung und Wartung individuell erörtert werden. Mit den gewonnenen Informationen können wir Ihnen dann einen passgenauen und zukunftssicheren Vorschlag ausarbeiten!