HST Praxistipp: Energie als strategischer Faktor in der Wasserwirtschaft

HST Praxistipp - Energie als strategischer Faktor in der Wasserwirtschaft

schwankende Energiekosten sind große Herausforderungen für die Verantwortlichen der Wasserwirtschaft. Das betrifft die Bereiche Wasserversorgung und Abwasser. Das allgemeine politische Ziel der Energieneutralität bis 2045 und die Einhaltung der EU-Richtlinien verschärfen den Handlungsdruck für kommunale Organisationen erheblich.

Durch Richtlinien, wie die Verordnung zur Bestimmung kritischer Anlagen KRITIS oder die Kommunalabwasserrichtlinie KARL, werden die Vorgaben zur Reduktion von CO2-Emissionen, zur Versorgungssicherheit und zur Erreichung der Energieneutralität konkretisiert. Vor diesem Hintergrund ist die umfassende Nutzung aller erneuerbaren Energiequellen für die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdöl und Erdgas unverzichtbar. Um die eigenen Möglichkeiten datengestützt zu erkennen, ist ein Energiecheck der erste Schritt.

Energieautarkie sorgt für einen zuverlässigen Betrieb auch bei einem Netzausfall. Wesentliche Faktoren für die autarke Versorgungssicherheit beziehungsweise Energieresilienz sind:

  1. Energiegewinnung,
  2. Energieeinsparung und
  3. Energiemanagement

Bis zu zehn Prozent des Gebäudewärmebedarfs in Deutschland können gemäß DWA über Abwasserwärme gedeckt werden. Zum Beispiel wird wie in Würzburg die Wärmeenergie des ausgefaulten Klärschlamms direkt für den Rohschlamm genutzt.

Durch den Einsatz von Schlamm-Wärmetauschern wird auf Kläranlagen die Wärme des ausgefaulten Schlamms genutzt, um den Rohschlamm vorzuwärmen. Die Wärmerückgewinnung erfolgt energieneutral im Prozess, ohne zusätzliche Fremdenergie. Dadurch sinkt der Heizenergiebedarf für die Faulung. Der gesamte Fremdenergieverbrauch der Kläranlage wird somit erheblich reduziert.

Sparen Sie Fremdenergie bei der Faulung ein!

Mehr zu Wärmeenergie

Neben der Energiegewinnung und -einsparung ist das Energiemanagement ein weiterer wesentlicher Baustein auf dem Weg zur Energieautarkie. Insbesondere in Notsituationen zeigt sich die Wichtigkeit von systemischer Energieautarkie: Klassische Notstromkonzepte für wasserwirtschaftliche Anlagen wie Kläranlagen, Abwasserpumpwerke, Hochbehälter, Brunnen oder Druckerhöhungsanlagen beschränken sich häufig auf ein Notstromaggregat – ohne Optimierung des Energieeinsatzes und ohne Berücksichtigung der erneuerbaren Energieerzeugung und -speicherung zum Beispiel durch PV-Anlagen mit Batteriespeichern.

Ein systemisches Notstromkonzept geht weiter: Durch ein intelligentes Energiemanagementsystem werden PV-Anlagen, Batteriespeicher und Notstromaggregate vernetzt betrieben. Überlastungen werden durch die Priorisierung von Prozessen sowie durch Lastverteilung vermieden, Energiespeicher gezielt genutzt und bei Bedarf Aggregatlaufzeiten reduziert. So werden eigenenergiearme Zeiten überbrückt. Das Ergebnis: höhere Versorgungssicherheit für nicht verschiebbare Hauptprozesse, geringerer Fremdenergieverbrauch und reduzierte Emissionen. Das sorgt für einen wirtschaftlicheren Betrieb – auch bei längeren Netzausfällen. Mit einem systemischen Notstromkonzept werden künftige rechtliche Anforderungen sicher erfüllt.

Stärken Sie die Energieresilienz Ihrer wasserwirtschaftlichen Anlagen mit einem systemischen Energiemanagement!

Mehr zu Notstromversorgung

Ein weiterer Ansatz zur Steigerung der Energieeffizienz liegt in der konsequenten Nutzung vorhandener Mess- und Prozessdaten. Zunächst werden diese Daten für einen Energiecheck nach DWA-A 216 zum Beispiel für Kläranlagen verwendet, um spezifische Energieverbräuche mit gleicher Größenklasse und Verfahrensart zu vergleichen sowie energetische Auffälligkeiten aufzuzeigen. Mit dem Energiemonitoring im Prozessleitsystem werden in der Folge Energieflüsse transparent dargestellt und Verbräuche systematisch ausgewertet.

Genauso können einzelne Aggregate gezielt betrachtet werden. Der Vergleich des tatsächlichen Verbrauchs mit anlagenbezogenen Idealwerten macht Abweichungen und mögliche Einsparpotenziale sichtbar. Ergänzend lassen sich Blindleistungen und mögliche Verursacher identifizieren. So bilden vorhandene Betriebsdaten die Grundlage für gezielte energetische Optimierungen.

Nutzen Sie Ihre Energie- und Prozessdaten, um Einsparpotenziale gezielt zu erkennen und auszuschöpfen!

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Planerservice

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Bei der Dimensionierung und Konfiguration von Rechen und Sieben/Abflussregelungen/Reinigungseinrichtungen gibt es zahlreiche weitere Aspekte und Erfahrungen zu berücksichtigen. Einige können wir über unsere Checkliste erfahren, am leichtesten und sicher ist es jedoch im Gespräch mit unseren Fachingenieuren im Planerservice die Rahmenbedingungen und Anwendung im Dialog abzustimmen. Dort können Fragen zur hydraulischen sicheren Bemessung und Auslegung, zur Anordnung, zur Einbringung in das Bauwerk, zur Schaltanlage, zu Anschlüssen und Kabelwegen, zur Prozessüberwachung und Wartung individuell erörtert werden. Mit den gewonnenen Informationen können wir Ihnen dann einen passgenauen und zukunftssicheren Vorschlag ausarbeiten!