HST Praxistipp: Energie als strategischer Faktor in der Wasserwirtschaft – 3 Lösungen aus der Praxis

HST Praxistipp: Energie als strategischer Faktor in der Wasserwirtschaft – 3 Lösungen aus der Praxis

Schwankende Energiekosten sind große Herausforderungen für die Verantwortlichen der Wasserwirtschaft. Das politische Ziel Energieneutralität bis 2045 und die Einhaltung der EU-Richtlinien verschärfen den Handlungsdruck für kommunale Organisationen erheblich. 

Durch Richtlinien, wie der Verordnung zur Bestimmung kritischer Anlagen BSI-KritisV oder der Kommunalabwasserrichtlinie KARL, werden die Vorgaben zur Reduktion von CO2-Emissionen, zur Versorgungssicherheit und zur Erreichung der Energieneutralität konkretisiert. Vor diesem Hintergrund ist die umfassende Nutzung aller erneuerbarer Energiequellen für die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdöl und Erdgas unverzichtbar. Um die eigenen Möglichkeiten zu erkennen, ist ein Energiecheck der erste Schritt.

Energieautarkie sorgt für einen zuverlässigen Betrieb auch bei einem Netzausfall. Wesentliche Faktoren für die autarke Versorgungssicherheit sind: 
1.    Energieresilienz, 
2.    Energieeinsparung und 
3.    Energiemanagement

Insbesondere in Notsituationen zeigt sich die Wichtigkeit von systemischer Energieautarkie: Klassische Notstromkonzepte für wasserwirtschaftliche Anlagen wie Kläranlagen, Abwasserpumpwerke, Hochbehälter, Brunnen oder Druckerhöhungsanlagen beschränken sich häufig auf ein Notstromaggregat – ohne Optimierung des Energieeinsatzes und ohne Berücksichtigung der erneuerbaren Energieerzeugung und -speicherung zum Beispiel durch PV-Anlagen mit Batteriespeichern.

Ein systemisches Notstromkonzept geht weiter: Durch ein intelligentes Energiemanagementsystem werden PV-Anlagen, Batteriespeicher und Notstromaggregate vernetzt betrieben. Überlastungen werden durch die Priorisierung von Prozessen sowie Lastverteilung vermieden, Energiespeicher - auch zur Überbrückung von eigenenergiearmen Zeiten - gezielt genutzt und bei Bedarf Aggregatlaufzeiten reduziert. Das Ergebnis: höhere Versorgungssicherheit für nicht verschiebbare Kernprozesse, geringerer Fremdenergieverbrauch, reduzierte Emissionen und ein wirtschaftlicherer Betrieb – auch bei längeren Netzausfällen. Mit einem systemischen Notstromkonzept werden künftige rechtliche Anforderungen sicher erfüllt.

Stärken Sie die Energieresilienz Ihrer wasserwirtschaftlichen Anlagen mit einer systemischen Notstromversorgung!

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Ein logischer Beitrag zur Energieautarkie ergibt sich aus baulichen Strukturen, über die viele Kläranlagen verfügen. Bei Schneckenhebewerken können Flächen durch speziell angepasste Stahlkonstruktionen für die Eigenenergiegewinnung mit Photovoltaikanlagen genutzt werden und das ohne den laufenden Betrieb oder Wartungsarbeiten zu beeinträchtigen.

In der Praxis zeigt die Kläranlage Böblingen-Sindelfingen, wie das elektrische Eigenenergiepotenzial einer Anlage wirksam genutzt wird. Dort wird Solarstrom direkt am Ort des Verbrauchs erzeugt. Bestehende Infrastruktur wird sinnvoll ergänzt, Flächenkonkurrenz vermieden und der Versorgungsgrad mit Eigenenergie erhöht. Ein praxisnaher Ansatz, um erneuerbare Energie in den Anlagenbetrieb zu integrieren.

Nutzen Sie das elektrische Eigenenergiepotenzial Ihrer Anlage vollumfänglich aus!

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Bis zu zehn Prozent des Gebäudewärmebedarfs in Deutschland kann zudem gemäß DWA über Abwasserwärme gedeckt werden. Zum Beispiel kann wie in Augsburg und Würzburg die Wärmeenergie des ausgefaulten Klärschlamms direkt für den Rohschlamm genutzt werden.

Durch den Einsatz von Schlamm-Wärmetauschern wird auf Kläranlagen in den beiden Städten die Wärme des ausgefaulten Schlamms genutzt, um den Rohschlamm vorzuwärmen. Dadurch sinkt der Heizenergiebedarf für die Faulung und der Gesamtenergieverbrauch der Kläranlage wird somit erheblich reduziert. Die Wärmerückgewinnung erfolgt energieneutral im Prozess, ohne zusätzliche Fremdenergie.

Sparen Sie Fremdenergie bei der Faulung ein!

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Planerservice

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Bei der Dimensionierung und Konfiguration von Rechen und Sieben/Abflussregelungen/Reinigungseinrichtungen gibt es zahlreiche weitere Aspekte und Erfahrungen zu berücksichtigen. Einige können wir über unsere Checkliste erfahren, am leichtesten und sicher ist es jedoch im Gespräch mit unseren Fachingenieuren im Planerservice die Rahmenbedingungen und Anwendung im Dialog abzustimmen. Dort können Fragen zur hydraulischen sicheren Bemessung und Auslegung, zur Anordnung, zur Einbringung in das Bauwerk, zur Schaltanlage, zu Anschlüssen und Kabelwegen, zur Prozessüberwachung und Wartung individuell erörtert werden. Mit den gewonnenen Informationen können wir Ihnen dann einen passgenauen und zukunftssicheren Vorschlag ausarbeiten!