Überfall bezeichnet eine hydraulische Überlaufkante oder ein Überlaufsystem in wasserwirtschaftlichen Anlagen, über das Wasser bei Erreichen eines definierten Wasserstands kontrolliert abgeführt wird. Ziel des Überfalls ist es, den Anlagenbetrieb zu sichern, einen unzulässigen Anstieg des Wasserstands zu vermeiden und die Entlastung des Systems geordnet in nachfolgende Bauwerke oder Ableitungen zu führen. Im HST-Kontext steht der Überfall damit für ein sicherheitsrelevantes und betrieblich wirksames Element der Wasserführung, das zur kontrollierten Bewirtschaftung von Regenbecken, Stauraumkanälen und ähnlichen Anlagen beiträgt.
Technische Definition
In der Wasser‑ und Kanalbau‑Hydraulik ist ein Überfall eine Mess‑ oder Steuerstelle, an der das Wasser über eine definierte Kante (Überfallkante, Wehrkante) abfließt und dessen Abfluss nach speziellen Formeln berechnet wird. Der Überfall wird verwendet, um den Abfluss QQ zu regulieren, zu messen oder zu begrenzen, z.B. bei Wehren, Regenüberläufen in der Kanalisation oder Entlastungsanlagen.