Die sogenannte Überströmungshöhe – also der Bereich zwischen der festen Schwelle und der maximal möglichen Stauzielhöhe – bleibt dabei ungenutzt. Mit regelbaren Systemen wie Klappen oder Wehren kann genau dieses Volumen aktiviert werden (s. Abbildung 2).
So wird das vorhandene Rückhaltevolumen ohne bauliche Erweiterungen besser genutzt – und ein wichtiger Beitrag zum Gewässerschutz und zur Resilienz des Kanalnetzes geleistet.
Die Abbildung 3 zeigt ein Regenüberlaufbecken mit fester Schwelle am Beckenüberlauf (BÜ) und freiem Überfall am Klärüberlauf (KÜ). Ohne regelbare Technik beginnt die Entlastung, sobald der Wasserstand die feste Schwelle erreicht – das darüberliegende Volumen (Überströmungshöhe) bleibt ungenutzt. Durch den gezielten Einsatz von Steuer- und Regelorganen (z. B. Wehre, Klappen) kann dieser Speicherbereich aktiviert und als zusätzliches Rückhaltevolumen genutzt werden. Gleichzeitig kann der technische Aufwand für Drosselschlitze oder Regelungen am Klärüberlauf reduziert werden.
Die Abbildung 4 zeigt ein Regenüberlaufbecken mit einem HST-ASK-Wehr am Beckenüberlauf (BÜ) und freiem Überfall am Klärüberlauf (KÜ). Durch den Einsatz des beweglichen Wehrs kann die Überströmungshöhe gezielt genutzt und das Stauziel präzise gehalten werden. Das ermöglicht eine vollständige Ausnutzung des Beckens – ohne unkontrollierte Entlastung. Gleichzeitig entfällt die Notwendigkeit eines aufwändigen Drosselschlitzes am Klärüberlauf, da der Zufluss zur Kläranlage durch das Wehr geregelt wird. Das System schafft somit hydraulische Entlastung, schützt Gewässer und reduziert den baulichen Aufwand.